maz
Eigentlich habe ich mir das Ganze so vorgestellt: ich bewerbe mich bei der taz für ein Praktikum.
Hab ich auch gemacht und dachte, dass das sicherlich recht schnell klappen würde, ich die Zusage praktisch schon in meiner Tasche hätte und einfach mein Studium abschließen, die Koffer packen und nach Berlin übersiedeln müsste. Es handelt sich ja schließlich um eine Tageszeitung, also um „Kerle von der flotten Sohle“, wie der Antagonist in Dirty Dancing bissig zu Patrick Swayze meinte.
Der nette Herr, der etwas von Wartezeit in die Antwortmail kritzelte, bremste meinen Enthusiasmus und enttäuscht wandte ich mich an einen Freund in Wien, der wegen der Hundstage in seiner geistigen Spritzigkeit etwas gehemmt, und deshalb ein guter Zuhörer war.
Er meinte, ich solle nicht unnötig Zeit verstreichen lassen und auf einen schlechtbezahlten Praktikumsplatz warten, sondern lieber eine Fixstelle als Chefredakteurin ins Auge fassen.
Darauf ich in meinem neuerworbenen Berlinerjargon: „Nee nee jaa, alles klaar, ich kann auch gleich selbst ein Newspaper veröffentlichen, wie wär’s mit der MAZ.“
Er fand den Vorschlag gut und treffend, weil sowohl die Buchstaben meines Vor- und Nachnamens darin enthalten waren und somit sehr authentisch wirkte. Er fand das Palimpsest sogar noch besser als das Original, weil maz im Gegensatz zu taz, weniger hart klinge und deshalb leichter ins Ohr ginge.
Das überzeugte mich vollends, ich war wieder frohen Mutes und er konnte beruhigt weiterdösen.
Hab ich auch gemacht und dachte, dass das sicherlich recht schnell klappen würde, ich die Zusage praktisch schon in meiner Tasche hätte und einfach mein Studium abschließen, die Koffer packen und nach Berlin übersiedeln müsste. Es handelt sich ja schließlich um eine Tageszeitung, also um „Kerle von der flotten Sohle“, wie der Antagonist in Dirty Dancing bissig zu Patrick Swayze meinte.
Der nette Herr, der etwas von Wartezeit in die Antwortmail kritzelte, bremste meinen Enthusiasmus und enttäuscht wandte ich mich an einen Freund in Wien, der wegen der Hundstage in seiner geistigen Spritzigkeit etwas gehemmt, und deshalb ein guter Zuhörer war.
Er meinte, ich solle nicht unnötig Zeit verstreichen lassen und auf einen schlechtbezahlten Praktikumsplatz warten, sondern lieber eine Fixstelle als Chefredakteurin ins Auge fassen.
Darauf ich in meinem neuerworbenen Berlinerjargon: „Nee nee jaa, alles klaar, ich kann auch gleich selbst ein Newspaper veröffentlichen, wie wär’s mit der MAZ.“
Er fand den Vorschlag gut und treffend, weil sowohl die Buchstaben meines Vor- und Nachnamens darin enthalten waren und somit sehr authentisch wirkte. Er fand das Palimpsest sogar noch besser als das Original, weil maz im Gegensatz zu taz, weniger hart klinge und deshalb leichter ins Ohr ginge.
Das überzeugte mich vollends, ich war wieder frohen Mutes und er konnte beruhigt weiterdösen.
Mary Lou - 21. Jul, 12:41
